Pflichtangaben & Pflichtfelder

E-Rechnung Pflichtangaben: welche Pflichtfelder eine E-Rechnung enthalten muss

Kurze Antwort: Eine deutsche E-Rechnung muss zwei Ebenen erfüllen. Erstens die klassischen Rechnungs-Pflichtangaben nach § 14 UStG (Aussteller, Empfänger, Rechnungsnummer, Datum, Leistung, Steuer). Zweitens müssen genau diese Angaben strukturiert und maschinenlesbar im XML nach EN 16931 stehen – also in den definierten Business Terms (BT) und Business Groups (BG). Fehlt ein Pflichtfeld im strukturierten Teil, ist die Rechnung technisch nicht konform, auch wenn das PDF-Bild vollständig aussieht.

Ebene 1: Pflichtangaben nach § 14 UStG

Diese inhaltlichen Pflichtangaben gelten unverändert auch für E-Rechnungen – sie ändern nur ihre Form (strukturiert statt Fließtext):

  1. Vollständiger Name und Anschrift des leistenden Unternehmers.
  2. Vollständiger Name und Anschrift des Leistungsempfängers.
  3. Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) des Ausstellers.
  4. Ausstellungsdatum der Rechnung.
  5. Eine fortlaufende, einmalig vergebene Rechnungsnummer.
  6. Menge und Art (handelsübliche Bezeichnung) der gelieferten Gegenstände bzw. Umfang und Art der Leistung.
  7. Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung (Leistungsdatum bzw. Leistungszeitraum).
  8. Das nach Steuersätzen und Steuerbefreiungen aufgeschlüsselte Entgelt (Nettobetrag) sowie im Voraus vereinbarte Minderungen.
  9. Der anzuwendende Steuersatz und der Steuerbetrag – oder bei Steuerbefreiung ein entsprechender Hinweis.
  10. Gegebenenfalls weitere Hinweise: „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers" (Reverse Charge), „Gutschrift" bei Abrechnung durch den Empfänger, oder ein Hinweis auf eine Aufbewahrungspflicht.

Für Kleinbetragsrechnungen bis 250 € (§ 33 UStDV) gilt ein reduzierter Pflichtumfang. In der E-Rechnung empfiehlt sich trotzdem eine möglichst vollständige strukturierte Erfassung, weil Empfängersysteme und Validatoren auf den EN-16931-Kern prüfen.

Ebene 2: die strukturierten Pflichtfelder nach EN 16931

EN 16931 beschreibt das semantische Rechnungsmodell als Business Terms (BT), gruppiert in Business Groups (BG). XRechnung ist eine deutsche Ausprägung (CIUS) dieser Norm, ZUGFeRD/Factur-X transportieren dasselbe Modell im EN-16931-Profil. Die wichtigsten Pflichtfelder im Überblick:

Maßgeblich ist: Das Rechnungsbild allein genügt nicht. Erst wenn diese Felder im XML vorhanden und regelkonform sind, gilt die Rechnung als strukturierte E-Rechnung im Sinne der Norm.

B2G-Sonderfall: die Leitweg-ID als Pflichtfeld

Bei Rechnungen an öffentliche Auftraggeber (B2G, typischerweise XRechnung) ist die Leitweg-ID als Käuferreferenz (BT-10) ein hartes Pflichtfeld. Die deutsche Geschäftsregel BR-DE-15 verlangt sie ausdrücklich. Fehlt sie oder ist sie fehlerhaft, lehnen Eingangsportale und der KoSIT-Validator die Rechnung ab. Mehr dazu: Leitweg-ID in der XRechnung – Aufbau und Beispiel.

Deutsche Geschäftsregeln (BR-DE) verschärfen die Pflichtfelder

Über den EN-16931-Kern hinaus definiert der XRechnung-Standard nationale Regeln (BR-DE-*), die zusätzliche Felder verlangen – etwa Kontaktangaben des Verkäufers (BG-6: Ansprechpartner BT-41, Telefon BT-42, E-Mail BT-43) und Zahlungsangaben. Genau diese Regeln prüft der offizielle KoSIT-Validator, weshalb eine Rechnung formal aussehen kann und trotzdem nicht „accept“ erhält.

Typische fehlende oder fehlerhafte Pflichtfelder

Was der fakturai Validator prüft

Der kostenlose Validator ist der schnellste Weg, die strukturierten Pflichtfelder zu kontrollieren. Er prüft eine bestehende ZUGFeRD-, Factur-X- oder XRechnung-Datei auf:

Was fakturai nicht ersetzt

fakturai prüft und erzeugt technische Format- und Strukturkonformität. Die inhaltliche und steuerliche Richtigkeit – korrekte Steuersätze, Leistungsbeschreibung, steuerliche Einordnung, GoBD-Verfahrensdokumentation und Buchungsentscheidungen – bleibt beim Rechnungsaussteller bzw. Empfänger. fakturai ersetzt keine Steuerberatung und gibt keine Rechts-, Steuer- oder finanziellen Garantien.

Nächster Schritt

Prüfen Sie eine vorhandene E-Rechnung zuerst kostenlos. Der Validator zeigt sofort, ob die strukturierten Pflichtfelder vollständig sind und ob der KoSIT-Akzept-Gate erreicht wird.

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