Eine XRechnung, die technisch nicht valide ist, wird von Behörden, Buchhaltungssystemen und Empfänger-Portalen abgelehnt — oft ohne klare Rückmeldung. Die häufigsten Ursachen sind fehlende Pflichtfelder (BR-DE), Summen-Rundungsfehler und ein falsches ZUGFeRD-/Profilkürzel. Diese Seite zeigt die fünf häufigsten Fehlerquellen mit konkreten Korrekturen.
BR-DE-Fehler sind deutsche Zusatzregeln (CIUS = Core Invoice Usage Specification) innerhalb der XRechnung. Sie bauen auf der europäischen Norm EN 16931 auf und erzwingen Felder, die dort optional wären, für Deutschland aber Pflicht sind. Ein Validator meldet sie mit dem Präfix BR-DE-NNN. Unterscheiden Sie:
XRechnung verlangt, dass der Verkäufer einen elektronischen Endpunkt (BT-34) plus Schema-ID (BT-34-1) liefert. Im B2G-Kontext wird darüber die Rechnung geroutet. Im B2B ist es trotzdem Pflicht.
Fehlertext: BR-DE-1: Eine Rechnung muss die Kennung des Verkäufers enthalten.
Korrektur (UBL-Syntax): Im Element cac:AccountingSupplierParty/cac:Party einfügen:
<cbc:EndpointID schemeID="0002">rechnung@musterfirma.de</cbc:EndpointID>Schema-Code 0002 steht für E-Mail-Adresse. Andere gültige Codes sind z. B. 9930 (Steuer-IdNr.) oder 0088 (GLN).
Die XRechnung verlangt, dass mindestens eines der Felder BT-20 (Zahlungsbedingungen als Text) oder BT-9 (Fälligkeitsdatum) vorhanden ist.
Fehlertext: BR-DE-15: Das Element Zahlungsbedingungen muss übermittelt werden, wenn kein Fälligkeitsdatum angegeben ist.
Korrektur: Fügen Sie entweder ein Fälligkeitsdatum (BT-9) oder ein Zahlungsbedingungsfeld (BT-20) ein:
<cac:PaymentTerms>
<cbc:Note>Zahlbar innerhalb von 30 Tagen netto.</cbc:Note> <!-- BT-20 -->
</cac:PaymentTerms>Dies ist die häufigste stille Fehlerquelle. Der Validator prüft die gesamte Rechenkette. Schon ein Rundungsfehler von einem Cent erzeugt einen Fehler.
Erlaubte Kette:
| Feld | EN-16931-Code | Berechnung |
|---|---|---|
| Summe aller Positionsbeträge | BT-106 | Σ BT-131 (Zeile × Menge) |
| Summe aller Nachlässe auf Dokumentebene | BT-107 | optional |
| Summe aller Aufschläge auf Dokumentebene | BT-108 | optional |
| Nettogesamtbetrag | BT-109 | BT-106 − BT-107 + BT-108 |
| USt-Gesamtbetrag | BT-110 | Σ BT-117 (je Steuersatz) |
| Bruttogesamtbetrag (inkl. USt) | BT-112 | BT-109 + BT-110 |
| Zahlbetrag | BT-115 | BT-112 − Vorauszahlungen (i.d.R. = BT-112) |
Praxis-Regel: Runden Sie jeden Positionsbetrag (BT-131 = Menge × Einzelpreis) auf zwei Dezimalstellen, bevor Sie aufsummieren. Nie erst am Ende runden.
Wenn das Feld cbc:CustomizationID (BT-24) ein MINIMUM- oder BASIC-WL-Profil enthält, fehlen Pflichtfelder, die diese Profile nicht kennen. Ein Empfangssystem, das XRechnung erwartet, wird die Datei ablehnen.
Für XRechnung 3.0 korrekt:
<cbc:CustomizationID>urn:cen.eu:en16931:2017#compliant#urn:xeinkauf.de:kosit:xrechnung_3.0</cbc:CustomizationID>Für ZUGFeRD EN 16931 (COMFORT) lautet die ID entsprechend dem ZUGFeRD-Standard. Prüfen Sie, was Ihr Empfänger akzeptiert — B2G-Portale verlangen meist XRechnung (CIUS), B2B-Systeme akzeptieren oft beide.
Die Kombination aus Kategoriecode (BT-118) und Steuersatz (BT-119) muss konsistent sein. Häufige Verwechslungen:
| Kategoriecode | Bedeutung | Erwarteter Satz |
|---|---|---|
S | Regelsteuersatz | 19 % (oder 7 % für ermäßigt — dann Code S weiterhin zulässig) |
Z | Nullsatz | 0 % |
E | Steuerbefreit | 0 % (mit Befreiungsgrund BT-120) |
K | Steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung | 0 % |
G | Ausfuhrlieferung | 0 % |
Fehler: S mit Satz 0 oder E mit Satz 19 erzeugt immer einen Validierungsfehler.
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fakturai prüft technische Format- und Strukturkonformität nach EN 16931 mit einem KoSIT-orientierten Akzept-Gate inklusive BR-DE-Regeln. Die inhaltliche und steuerliche Richtigkeit der Rechnung, die ordnungsgemäße Archivierung und die buchhalterische Behandlung bleiben in Ihrer Verantwortung. fakturai ersetzt keine Steuerberatung und gibt keine Rechts-, Steuer- oder Zustellungsgarantien.
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